Wie gelingt eine Nachbarschaft?

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Mehrere Personen stehen an einem Tisch und betrachten die Funktionsplanung für die Quartiere am Volkspark.

Die Einladung fand dieses Mal besonderen Anklang und die Aula der Esther Bejarano Schule in Bahrenfeld war gut gefüllt: Rund 120 Interessierte kamen am 8. April 2026 zur Dialogveranstaltung zum Stand der Funktionsplanung der Quartiere am Volkspark. Sie nutzten die Gelegenheit zum Austausch, die von der Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH in Zusammenarbeit mit vielen Projektbeteiligten wie etwa der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende, die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung, die Universität Hamburg und DESY organisiert wurde.

Zuschauer bei einem Vortrag zur Science City mit Beamer-Projektion.
Foto: Miguel Ferraz

Olympia zu Gast

Nach kurzer Begrüßung und Einführung startete der Abend bei der Olympiabewerbung, über die die Hamburger:innen am 31.05.2026 abstimmen. Wird die Stadt 2036, 2040 oder 2044 Austragungsort der Olympischen Spiele, dann werden die Quartiere am Volkspark zum Olympischen und Paralympischen Dorf und beherbergen vorübergehend rund 15.000 Athlet:innen und ihre Betreuer:innen. Diese temporäre Nutzung passe hervorragend zur langfristigen Quartiersentwicklung, erklärte Simone Blunck aus dem Team für das Vorprojekt Olympische und Paralympische Spiele in der Behörde für Inneres und Sport. So seien die Anforderungen an die künftigen Quartiere mit kurzen Wegen, dichtem Fuß- und Radwegenetz, Barrierefreiheit und einer hohen Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch zentrale Ziele für das Olympische und Paralympische Dorf. Die Wohngemeinschaften der Athlet:innen ließen sich im Anschluss mit wenig Aufwand in reguläre Wohnungen umwandeln. „Olympia kommt zu Gast in die Science City“, betonte Blunck. Die Science City solle bis in die späten 2040er Jahre fertiggestellt werden. Auch diese passe zu dem Fahrplan der Bewerbung, ergänzte Melanie Parr von der Science City Hamburg Bahrenfeld GmbH später in der Fragerunde.

Zwei Männer und eine Frau betrachten die Funktionsplanung für die Quartiere am Volkspark.
Foto: Miguel Ferraz

Sport, Freizeit und Regenwasser

Auch unabhängig vom Olympischen Geist, der durch die Science City Hamburg Bahrenfeld wehen könnte, ist Sport ein wichtiges Thema bei der städtebaulichen und freiraumplanerischen Gestaltung, berichteten Karoline Liedtke-Sørensen und Lene Zingenberg vom dänischen Architekturbüro Cobe, die den aktuellen Stand der Funktionsplanung vorstellten. So wird es unter anderem zwei Fußballplätze geben, zudem Universitätssportanlagen und einen Skatepark. Aktivität und Bewegung ziehen sich durch alle Freiräume der Quartiere, in denen nach aktuellem Planungsstand rund 4.500 Wohnungen entstehen – darunter mehr als die Hälfte Mietwohnungen im geförderten Wohnungsbau, aber auch Eigentumswohnungen.

Insbesondere der „grüne Korridor“ verbindet die drei Teilquartiere untereinander, aber auch mit dem Volkspark Altona sowie den weiteren umgebenden Grünanlagen. Er integriert nicht nur einen Teil der Sportflächen sowie attraktive Fuß- und Radwege, er ist auch Freizeitort, bietet grüne Außenbereiche für Kitas und nimmt nicht zuletzt das Regenwasser auf. Dafür wird er so angelegt, dass das Regenwasser in Entwässerungsmulden, Gräben und Rückhaltebecken fließt.

Auch das dichte Netz an Fuß- und Fahrradwegen ist bereits detailliert vorbereitet. Nahe den Quartierseingängen sind insgesamt vier Quartiersgaragen vorgesehen, in denen die privaten PKW geparkt werden. Die Wohnungen selbst werden am besten zu Fuß oder mit dem Rad erreicht, um eine lebendige Nachbarschaft zu fördern, in der sich die Bewohnenden zum Beispiel auf dem Nachhauseweg treffen. In Kopenhagen funktioniere dieses Modell bereits sehr gut, berichteten die COBE-Stadtplanerinnen. Neben einer S-Bahnstation im Campusviertel ergänzen Bushaltestellen das ÖPNV-Angebot. Die Hauptwegeverbindungen in den Quartieren sind barrierefrei.

Zuschauer beim Dialog zur Science City. Im Vordergrund hebt eine Frau den linken Arm.
Foto: Miguel Ferraz

Fragen zu Olympia und Verkehr

Die anschließende Fragerunde wurde rege genutzt. Dabei ging es unter anderem um die geplante Olympic Village Plaza, die während der Olympischen Spiele in Teilen auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Aber auch Themen zum Wohnungsbau sowie die Barrierefreiheit fanden großes Interesse. Kritische Nachfragen betrafen insbesondere den Ausbau der ÖPNV-Anbindung. Ins direkte Gespräch mit den Projektbeteiligten kamen viele der Teilnehmenden der Veranstaltung an sechs verschiedenen Dialogstationen, unter anderem zum Thema Städtebau, Freiräume und Mobilität sowie Olympia.

Text: Andrea Bittelmeyer

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